Durch persönlichen Einsatz und mit Ihrer Hilfe fördern wir das Kinderdorf Munaychay im Urubamba-Tal in Peru. Es werden Waisenkinder mit Unterkunft, Essen, Schulbildung und medizinischer Versorgung unterstützt.

Dr. Ursula und Dr. Winfried Hommens haben im Herbst 2011 einen dreiwöchigen Aufenthalt in Peru genutzt, um durch persönliches Engagement die zahnmedizinische Versorgung der Kinder und der Landbevölkerung zu bewerkstelligen.



Herzen für eine Neue Welt

Ein Bericht ist am 24.03.12 in der Fuldaer Zeitung erschienen:

Zahnfüllungen in 3800 Metern Höhe - Für viele war´s die Zahnarztpremiere

Fuldaer Zahnarztehepaar Hommens praktiziert in den Anden

von Ulrich Schmid

Vier Wochen lang war das Fuldaer Zahnarztehepaar Dr. ursula und Dr. Winfried Hommens in Peru unterwegs. Fast drei Wochen lang behandelten die beiden 67-Jährigen in der Andenprovinz Cusco meist Indiokinder auf ehrenamtlicher Basis. In einem Seitental des Urubamba praktizierten Sie auf einer Höhe, in der die höchsten österreichischen Alpengipfel ihren Zenit erreichen.

„Zwischen 3500 und 3800 Metern Höhe haben wir gearbeitet“, sagt Winfried Hommens, dem diese Höhen als Mitglied des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda nicht unbekannt sind. „Wir haben uns die erste Woche sehr langsam und damit gut an die Höhe angepasst, so dass wir keine gesundheitlichen Probleme bekamen“, fügt Ursula Hommens an. Die beiden Doktores hatten schon seit langer Zeit einmal damit geliebäugelt, einen solchen „Entwicklungsdienst“ zu leisten. „Bis jetzt hat es nie geklappt, einmal ging es wegen unserer Praxen nicht, anfangs waren unsere Kinder zu klein, dann zu groß“, sagt Ursula Hommens mit einem Lächeln.

Mit Musik und Maisbier die Trauer lindern

Doch vor einiger Zeit sollte der Wunsch in Erfüllung gehen. „Durch einen Kollegen in Dieburg und auch über unsere Zahnärztekammer lernten wir das Projekt „Herzen für eine Neue Welt“ kennen“, berichtet Winfried Hommens von den Anfängen des Peru-Abenteuers. 

Denn als solches Entpuppte sich die Zeit rund um das Kinderdorf Munachay, auch wenn die beiden Zahnmediziner in einem Kloster in Urubamba fast auf westlichem Niveau nächtigen konnten. Rund eine Stunde Anfahrt hatten die beiden täglich zu absolvieren, um zu ihren kleinen, dankbaren Patienten zu gelangen. Nach 20 Minuten auf einer passablen Straße musste sich ihr Pick-up schließlich doch auf steilen Feldwegen hoch ins Tal quälen. 

Reihenuntersuchungen in Schulklassen, Schmerzbehandlungen, Füllungen, Vorbeugung und der ein oder andere gezogene Zahn füllten das Behandlungsprotokoll der beiden Fuldaer Zahnärzte. Für viele ihrer sechs bis 14 Jahre alten Patienten war es der erste Zahnarztkontakt. Mit einem klappbaren Behandlungsstuhl reisten sie zu den Schulen, in denen auch die ein oder andere Lehrkraft die Chance nutzte, sich einmal auf den Zahn fühlen zu lassen. „Zu umfangreicheren Behandlungen haben wir die Kinder dann aber doch in die Praxis des Kinderdorfes einbestellt“, erklärte Winfried Hommens. Da habe man die Kinder dann schon von weitem hergesehen, wenn sie in ihrer bunten Tracht durch die großartige, hellbraune Andenlandschaft gen Praxis schritten. „Fast immer hatten sie Plastiksandalen an, deren Sohlen aus alten Autoreifen bestanden“, erinnert sich Winfried Hommens. „Irgendwann haben wir uns an all die Armut den Schmutz in den Dörfern und kleinen Städten gewöhnt“, sagt Ursula Hommens, die mit dem Wort Hygiene antwortet, was sie während ihres Aufenthaltes am meisten vermisst habe.

16 junge Deutsche, die in dem Kinderdorf ihr freiwilliges soziales Jahr ableisten, halfen den beiden Fuldaern unter anderem als Dolmetscher, doch nicht selten waren Ursula und Winfried Hommens auf Gebärdensprache angewiesen. Denn viele ihrer kleinen Patienten verstanden noch nicht einmal Spanisch, sie wuchsen mit der indigenen Sprache Quechua auf. Überhaupt halten sich in den touristisch unerschlossenen Seitentälern der Anden trotz Christianisierung alte Rituale und nicht selten stellt ein Schamane die letzte Diagnose.

Ein wenig selbstkritisch reflektierte Ursula Hommens ihren Dienst am „Dach Südamerikas“. „Mit Zahnmedizin kann man den Menschen zwar helfen. Bildung ist aber das wichtigste, was zu vermitteln ist“, sagte die Fuldaerin und beklagt, dass man dort besonders die Mädchen nicht fördere, weil man sie nur zum Schafe- und Alpaka-hüten einsetze. Dies werde gerade im Heranwachsendenalter durch große Schüchternheit deutlich. Dabei würden sich gerade unweit der weltbekannten Inka-Ruinenstadt Machu Picchu Bewohnern mit Englisch-Kenntnissen in der Tourismus-Branche ganz neue Berufshorizonte auftun.

Doch Ursula und Winfried Hommens reflektierten nicht zur über Entwicklungshilfe. Neben dem Praktizieren tauchten die beiden ein in eine teilweise exotisch anmutende Welt. So erlebten sie die Feiern zum Stadtjubiläum von Urubamba, die mit südländischer Ausgelassenheit gefeiert wurde. Dabei machten die beiden um die Indio-Spezialität namens gegrillte Meerschweinchen einen Bogen, während Winfried Hommens sich noch gerne an den sehr schmackhaften Alpaka-Braten erinnert. Seine Frau Ursula ernährte sich um Heimatland der Kartoffeln fast ausschließlich vegetarisch, wenn man einmal von der ein oder anderen verspeisten Anden-Forelle absieht.

Auch der Feiertag Allerheiligen wird den beiden in Erinnerung bleiben. Da erlebten sie eine Beerdigung, die mit Musik und Chicha- (Mais-) Bier auf dem Friedhof feuchtfröhlich zelebriert wurde, während die Kinder auf einer Hüpfburg herumtollten.

Dass die von ihrem Kollegen Dr. Norbert Reiss verwalteten Gelder gut genutzt werden, ist die eine Erkenntnis, die Ursula und Winfried Hommens aus den Anden mit zurückbrachten. Die zweite könnte schon unter dem Begriff „Binsenweisheit“ firmieren. „Die Angst vor uns Zahnärzten scheint eine weltumspannende zu sein“, sagt Ursula Hommens und schmunzelt dabei. Die spiegele sich auf dem Behandlungsstuhl wider, egal ob man in Indiopupillen oder in osthessische Augenpaare blickt.

6000 Euro für Hilfsprojekt in Peru

Einen Scheck in Höhe von 6000 Euro für das Kinderhilfsprojekt Peru „Herzen für eine neue Welt“ überreicht die Fuldaer Zahnarztfamilie Ursula, Winfried und Andreas Hommens in deren Praxisräumen dem Vereinsvorsitzenden Dieter Arnold (Königsstein). Die Patienten der Doktores hatten ihr Zahngold gestiftet. Der Erlös daraus ist von der Familie Hommens aufgerundet worden, „Wir haben dies gerne getan, weil wir uns ja bereits schon vor Ort von der Wirksamkeit des Projektes überzeugen konnten“, sagte Winfried Hommens. Arnold stellte bei der Zusammenkunft weitere Projekte vor.

 

Hilfsprojekt Casa do Menor

Von 2001 bis 2010 haben wir zusammen mit Ihnen das Hilfsproject Casa do Menor in Brasilien unterstützt.

Dabei wurde Straßenkindern ein neues Zuhause gegeben und die medizinische Versorgung gewährleistet.